Floorball: Zwei Drittel auf dem Olymp, eins im Sturzflug

v.l.: Jan Kolisko, Johan Gallwitz und
David Vent (Foto: I. Furch)

20 Minuten trennten die Dragons Bonn von der Sensation und dem Final4. Vor dem letzten Drittel rieben sich die Zuschauer beim Blick auf die Anzeigetafel ungläubig die Augen: 5:4 führten die Gastgeber gegen den Rekordmeister aus Weißenfels. Aber nach zwei Dritteln im Olymp folgte eines zum vergessen.

Der letzte Spielabschnitt ging mit 8:0 an den UHC, der Traum war geplatzt, die Dragons wieder auf dem harten Boden der Realität. „Da hat Weißenfels einfach durch ihre Erfahrung und Cleverness stark kombiniert. Wir haben ein bisschen die Konzentration verloren und sind ein bisschen von unserem Matchplan abgekommen“, analysiert Florian Weißkirchen, der aber auch meint: „Ich glaube es lag nicht an unserer Leistung, sondern an der von Weißenfels.“

Dabei zeigten die Dragons bis zum Einbruch ein großartiges Spiel. Wie schon oft in dieser Saison war es Jan Kolisko, der früh zur Führung traf: Nach einem Schuss von Safak Temel und dem darauffolgenden Abpraller stand der Tscheche goldrichtig. Auch schon fast obligatorisch in dieser Saison: Der schnelle Ausgleich des Gegners. Dieses Mal war es UHC-Star Anssi Soini, der mit einem Zorro-Trick Torwart David Vent überwand. Der zeigte ansonsten nicht nur starke Paraden, sondern schien zudem auch einen Pakt mit den beiden Pfosten abgeschlossen zu haben. Das Gestänge rettete die Bonner im ersten Drittel mehrfach vor Gegentoren.

Effizienter war da die Offensive der Bonner: Nach einem schönen Pass von Jannik Heinen vernaschte Kolisko drei Abwehrspieler und schob zum 2:1 ein. Dass in der ersten Reihe nicht nur der tschechische Ausnahmespieler Floorball spielen kann, zeigte dann Weißkirchen: Der 20-Jährige zimmerte die Pille mit einem traumhaften Schlenzer zum 3:1 in die Maschen.

Da Weißenfels noch einmal traf, gingen die Dragons mit einer 3:2-Führung in den Mittelabschnitt. In dem fingen die Bonner zwar wieder zwei Gegentore, waren aber auch selbst zwei Mal erfolgreich: Erst schaltete Jannik Heinen in Überzahl am schnellsten und versenkte einen Abpraller, dann vollendete Kolisko einen schnell ausgeführten Freischlag. „Die ersten beiden Drittel waren richtig geil von uns. Wir können mit dem Rekordmeister mitspielen und uns haben uns nicht nur hinten reingestellt und gekontert. Das macht Hoffnung für die Zukunft“, ist Weißkirchen zufrieden.

Nach Abpfiff hatte er allerdings gemischte Gefühle: „Ich bin total zufrieden mit den ersten beiden Dritteln und dem Spiel generell. Wenn man dann kurz davor ist, die Sensation zu packen und führt und dann am Ende doch noch so hoch verliert, ist das ärgerlich.“

Johan Gallwitz

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